Reisebericht 3. Wo.

15. Tag  – [16.Februar 2015]   75 km/ 75 m eben/ morgens 24°, nachmittags 39° 
Hua Hin ist einer der ältesten und beliebtesten Badeorte an der Westküste am Golf von Thailand. War es früher die königlichen Familie und die Aristokratie die dort residierte, sind es heute Touristen aus aller Welt.
Da uns aber solche Touristenzentren nicht interessierten, sind wir am nächsten Morgen gegen sieben Uhr in Richtung Prachuap Khiri Khan aufgebrochen.
Nachdem wir auf der Hauptstraße recht flott aus der Stadt hinaus kamen, ging es nach 20 km auf einer ruhigen Straße ins karstige Hinterland. Auf dieser gut ausgebauten Straße, begann nach einigen Kilometern ein 20 km langer Fahrradweg dessen Notwendigkeit sich uns nicht so richtig erschloss, zumal es kaum Verkehr gab. Es sah nach einem sinnentleerten Förderprogramm irgend einer Welt-Hilfsorganisation aus.
Die nächsten 30 km ging es an der Küste entlang, die aber nur schwach besiedelt war. Da es bis Prachuap Khiri Khan noch einmal 60 km waren, beschlossen wir am frühen Nachmittag eine Übernachtungsmöglichkeit zu suchen.
Wie bestellt tauchten am Strand mehrere Ressort auf, von denen die ersten drei Nobelherbergen waren und das vierte verlassen schien. Erst als ich mit lautem „Sawadee Kap“ durch die Anlage lief, tauchte der Besitzer auf, den ich wohl aus dem Mittagsschlaf geweckt hatte.
Für 800 Path konnten wir dann in seinem „Pink Power Beach Resort“ 2 Bungalow beziehen. Wir waren allerdings die einzigen Gäste und das Restaurant hatte geschlossen. Er hatte aber gekühltes Bier im Kühlschrank und verhungern mussten wir auch nicht.
Am Abend geleitete er uns mit seinem Moped zu einem Restaurant in der Nähe. Das hatte zwar nur eine Speisekarte in thai, aber mit ein wenig Englisch bekamen wir doch etwas Leckeres zu essen.
Als Kontrast zu dem Strand in HuaHin mit vielen Touristen waren wir hier, bei unserem Abendspaziergang soweit wir sehen konnten, alleine.

 


16. Tag  – [17.Februar 2015]   88 km/ 154 m eben/ morgens 20°, nachmittags 39° 
Nachdem wir unser rosa Domizil um sieben Uhr verlassen hatten, ging es erst mal auf guter Straße landeinwärts. Es waren nur wenige Fahrzeuge unterwegs und auch in den Orten war von Geschäftigkeit noch nichts zu merken.
Nach einigen Kilometern mündete die Straße auf die Autobahn, die wir aber, nach einer guten halben Stunde wieder verlassen konnten. Zuerst kamen wir in einen kleinen Wald mit jungen Eukalyptusbäumen deren Duft uns schon von weitem in die Nase stieg. Danach wurde es öder, da es über Kilometer links und rechts nur Schrimps-Farmen gab, die zum Teil von hohen Zäunen umgeben waren.
Später, etwas näher an der Küste ging es durch Palmenhaine zwischen denen vereinzelt kleine Dörfer lagen. Da wir auch nach 35 km keine passende Möglichkeit zum Frühstücken gefunden hatten, deckten wir uns an einer kleinen mobilen Garküche mit gebackenen Bananen ein.
Auf der Stecke gab es so gut wie keinen Verkehr und auch an den Häusern waren kaum Menschen zu sehen. Allerdings hörten wir in einem Ort eine lautes „Grüß Gott“ und sahen wie eine Thailänderin auf uns zugelaufen kam. Sie erzählte uns, dass sie in Nürnberg lebt und jetzt auf Urlaub bei Ihrer Familie ist.
Gegen Mittag hatten wir Prachuap Khiri Khan erreicht und sahen schon von weitem den Khao Chong Krachok (Spiegelberg) der von großen Affenscharen bevölkert wird und auf dessen Gipfel es ein Tempel steht. In der Nähe stand auch ein Lak Müang („Stadtpfeiler“) wie er in in den meisten Provinz-Hauptstädten zu finden ist.
Noch gesättigt von den gebackenen Bananen, hielten wir in der Stadt an einem kleinen Kaffee in dem eine muntere Rentnergruppe saß und von uns wissen wollte wohin wir denn fahren würden. Als wir Ihnen sagten, dass wir von Chiang Mai nach Pukhet wollten gab es ein oooh und aaah. Ich bin mir aber nicht sicher ob es Anerkennung oder Unverständnis war! Warum die Mühe mit dem Fahrrad wo es doch mit dem Moped um vieles leichter ging.

Das Ressort, dass wir für diese Nacht fanden war noch bunter als das die Nacht zuvor, lag allerdings nicht so schön  am Wasser. Es hatte aber ordentliche Zimmer und es war auch bis 6 Uhr morgens ruhig.
Dann war es allerdings vorbei! Für die Thai-Chinesen begann das Neujahrsfest und das heißt meterlange mit hunderten Knallern besetzte Sprengschnüre.
Am Abend fuhren wir zu einem nahe gelegen Bootsanleger, und beobachtete junge Männer beim Muscheltauchen. Auf dem Rückweg machten wir halt an einem Restaurant in dem schon einige Thais saßen.  Da dies keine Touristengegend war, gab es auch keine, für uns lesbare Speisekarte. Also wieder mal sehen was die auf den Tischen steht, mit dem Finger darauf zeigen, bestellen und hoffen das es schmeckt (ich hatte in der ganzen Zeit nur zwei Fehlgriffe) .

 


17. Tag  – [18.Februar 2015]   50 km/ 118 m eben/ morgens 27°, nachmittags 33° 
Da wir durch unsere Zugfahrten nun doch schon etwas weiter im Süden waren, als ich geplant hatte, sind wir etwas später losgefahren und haben uns für die kurze Strecke Zeit gelassen.
Länger schlafen war aber nicht möglich, das die Thai-Chinesen schon um sechs Uhr ihr Neujahrsfest mit lauten krachen begannen.
Es ging auf guter Straße, mit wenig Verkehr überwiegend an der Küste entlang. Es gab vereinzelt kleine Orte zwischen denen große Luxuriöse Ressort lagen in denen aber kaum Gäste zu sehen waren.
Ansonsten war die Strecke nicht besonders abwechslungsreich.
Auf dem einzigen höheren Hügel stand ein Tempel mit einer großen Gold glänzenden Buddha Statue. Statt der üblichen tausend Treppen, führte eine steile Straße mit bis zu 14% Steigung nach oben.
Nachdem wir gegen ein Uhr in Bang Shapan waren und das einzige Hotel reichlich heruntergekommen aussah, überlegten wir, zurück an das Meer zu fahren und dort ein Ressort zu suchen. Da es dort am Abend aber sehr einsam geworden wäre, nahmen wir doch in dem Stadthotel zwei Zimmer, die erfreulicher Weise, abgesehen vom Teppichboden recht Ok waren.
Am Nachmittag sind wir noch einmal zu Strand gefahren. Dort trafen auf eine Gruppe Thai-Chinesinnen, die in einer offenen Hütte feucht-fröhlich das Neujahrsfest feierten [Video]. Obwohl, wie sie betonten die Feier „only women“  wurden wir eingeladen mitzumachen. In Anbetracht der Mengen Bier und Whisky die da flossen, haben wir uns aber nach einer Dose Bier zu der es gepressten Fisch gab, verabschiedet. Wir wollten ja mit den Fahrrädern einiger Maßen heil in das Hotel kommen.
In Bang Shapan, fernab der Touristenruten, schlossen bald nach Sonnenuntergang die Läden und Restaurants. In der Nähe des Hotels, gab es aber einige kleine Garküchen, wo wir uns nach der bewährten Methode  „bestellen was wir bei anderen Gäste sehen“ doch noch etwas Gutes zu essen bekamen.

 


18. Tag  – [19.Februar 2015]   91 km/ 426 m hügelig/ morgens 22°, nachmittags 42° 
Da es im Hotel kein Frühstück gab, sind wir sind gegen sieben Uhr aufgebrochen. Etwas abseits der Küste sind wir auf einer neu mit Flüsterasphalt versehenen Straße nach ca. 25 km an den Strand gekommen.
Es war ein schöner Badestrand und man konnte sehen dass gestern dort ausgiebig gefeiert wurde. Heute am Sonntag, war kaum jemand zu sehen und die meisten Lokale waren noch geschlossen. Nach ein wenig suchen bekamen wir doch noch in einem Strandlokal unser Frühstück.
Leider gab es auf den nächsten 50 km keinen durchgehenden Straßen am Strand. Die etwas eintönige Strecke im Landesinneren ging entlang an Kokkus- und Ölpalmen und vereinzelt auch an Gummibaumplantagen.  Einzig eine nicht mehr so heile Schlange sorgte für etwas Abwechslung.
Zwar war Cumphon unser Tagesziel, da wir aber in der Nähe von Mu Ban Ariat ein schönes am Stand gelegenes Ressort fanden, entschlossen wir uns spontan für einen ruhigen Abend am Strand.

 


19. Tag  – [20.Februar 2015]   75 km/ 142 m flach/ morgens 25°, nachmittags 48° 
Da unser Hotel für diese Nacht keine Küche hatte, sind wir wie gewohnt früh los gefahren um unterwegs zu Frühstücken.
Am nahe gelegenen Markt gab es nur viel frisches Gemüse und Obst. Einen Stand mit frittiertes Hefegebäck entdeckten wir vor einen 7-Eleven Laden wo wir uns dann auch unseren Kaffee holten. Es war nicht gemütlich aber nahrungsreich (fett und süß).
Etwas abseits der Küste ging es dann auf ruhiger Strecke durch kleine Dörfer zwischen lichten Kokosnussplantagen  wo Kühe und Wasserbüffel grasten.
Nach ungefähr 20 km wurde die Straß immer schmaler und mündete schließlich in einen Fußweg der direkt zwischen den Häusern in Richtung Wasser verlief. Aufgrund der in der Karte eingezeichneten Straße, hatte ich eine Autofähre über den Tha Taphap erwartet.  War aber nicht!
Am Ende des Weges schaukelten nur einige etwas größerer Ruderboote im Wasser die als Fähren dienten. Über mehrere Pontons hinweg, gelang es uns schließlich unsere Räder und Taschen in eines der Boote zu wuchten [Video], ohne selbst in das Wasser zu fallen. Die Überfahrt für 20 Phat dauerte nur wenige Minuten. Wir waren aber richtig erleichtert als wir unbeschadet auf der anderen Flussseite wieder auf unsere Räder steigen konnten.
Nicht weit vom Anleger, gab es einen Markt mit einer großen Garküche. Da dort viele Frauen einer gegenüber liegenden Fischfabrik zu Mittag aßen, konnten wir nicht wiederstehen und haben uns aus den vielen Töpfen auch ein Mittagessen zusammengestellt. Es war die richtige Entscheidung – es hat wunderbar geschmeckt.
Trotz einer breiten und schönen Straße wurde einige Kilometer später der Verkehr immer weniger. Als wir dann an einer recht eigentümlichen Straßensperre standen war klar warum – Baustelle! Von anderen Asien-Touren wusste ich aber, dass es für Fahrräder immer einen Weg gab. Als uns dann auch noch einige Mopedfahrer entgegenkamen, war klar, die Sperre war nur für Autos. Die letzten 10 km mussten wir noch einmal auf die Autobahn, da es wegen einiger Flüsse keine durchgehende Straße an der Küste gab.
Des Ressorts, das wir am frühen Nachmittag ansteuerten, lag zwar an der Autobahn, die einzelnen Häuser waren aber ein Stück davon ab, so dass der Lärm kein Problem war. Gegenüber gab es eines großen Wochenmarktes wo wir uns mit Obst und Knapperkram eindeckten.
Am späten Nachmittag, machten wir noch die Bekanntschaft einer Thailänderin die nach 16 Jahren Brüssel in ihre Heimat zurückgekehrt war. Stolz zeigte sie uns ihr Haus das sich noch im Rohbau befand. Es war schön, mit großen Wohnräumen und Platz für ein Geschäft im Erdgeschoss. Es hatte aber für meinen Geschmack einen kleinen Nachteil – es lag direkt neben der Autobahn – was aber für die Thais kein Problem ist.

 


Thailand 2015

tomtomtofu 2020

Für die Megatour 2020 , von Berlin nach Tokio  und weiter nach Hanoi laufen die Vorbereitungen!