Die Japaner an sich

sind generell freundlich und hilfsbereit. Wenn man sie etwas fragt, geben sie gerne Auskunft. Manchmal bieten sie einem sogar von sich aus Hilfe an. Allerdings wird man die herzliche Offenheit die man in anderen asiatischen Länder erlebt, in Japan vergeblich suchen.

In den Geschäften wird jeder immer höfliche angesprochen egal ob er versteht was gesagt wird oder nicht. Die Regeln wie Kunden zu bedienen sind, scheinen überall gleich zu sein. Wenn man einen Laden betritt wird man mit einem lauten „Irashaimase“ begrüßt und auch das Scannen der Ware so wie der Zahlvorgang wird ausführlich kommentiert. Wenn man den Laden verlässt wird man mit einem kräftigen kawaiii verabschiedet.

An einer Supermarktkasse (dieses Video auf YouTube ansehen)

Zu kaufen gibt es alles was das Herz begehrt und noch viel mehr (das meiste dreimal in Plastik eingepackt ehe man den Laden verlässt).

Schwierig wird es, wenn man etwas Besonderes braucht. Da einige Freunde in der fernen Heimat unbedingt eine Postkarte aus Japan haben wollten, haben wir ein Postamt heimgesucht. Am Tresen hingen einige schicke Briefmarken, aber welches Porto braucht man für Ansichtskarten nach Europa? So nahm das Drama seinen Lauf. Die nette Dame am Schalter wusste so gar nicht was wir wollten, zumal wir noch keine Ansichtskarten hatten (diese zu bekommen stellte sich später als schwierig heraus). Nach vielen Handzeichen und englisch/ japanischen Sprachversuchen kam ein zweiter Postbeamter bewaffnet mit einem Englischwörterbuch dazu, was uns leider auch nicht weiterhalf. Erst als wir nach einer halben Stunde hin und her unser Glück mit der japanisch/deutschen Textübersetzung via Google versuchten kam ein vielstimmiges hai, hai und wir hatten zumindest schon einmal unsere Briefmarken. Ansichtskarten fanden wir erst nach mehrtägiger Suche versteckt in einem Andenkenladen. Übrigen brauchte die Ansichtskarte 5 Tage bis nach Deutschland.

automa10 Nicht zu übersehen sind die allgegenwärtigen Automaten aus denen kalte und heiße Getränke herauskommen. Die Auswahl reicht dabei von Wasser über kalten Grünen Tee, Cola, Vitamingetränke und Bier bis hin zu Kaffee (kalt oder heiß). Glücklicher Weise gibt es meist direkt bei den Automaten auch eine Tonne für die leere Dosen.

Übrigens – Mülleimer wird man in Japan vergeblich suchen – man nimmt den eigenen Müll mit nach Hause!
Sind die Menschen am Land manchmal etwas konservativ, so ist in der Riesenstadt Tokyo von der Distanz gegenüber Ausländern kaum etwas zu spüren. So war es sicher nur Zufall, dass – obwohl ich keine Radlerklamotten trug und ordentlich gekleidet war, der Sitzplatz in der Metro neben mir meist leer blieb oder der Nachbartisch im Lokal nicht besetz wurde obwohl genügend Gäste da waren. Mir wurde aber auch oft Hilfe angeboten wenn ich ratlos mit meinem Stadtplan an der Straße stand. Einmal hat mich eine nette junge Dame nicht nur zur richtigen Metrostation, sondern auch noch bis vor das Hotel gebracht. Im Technikland Japan hatten allerdings einige junge Leute, Schwierigkeiten den Standort von Ihrem Handy-Google-Map auf meine Papierkarte zu übertragen. Mit mehrfach gemurmelten sorry, sorry und heftigen Kopfnicken, waren sie erleichtert wenn ich meine Karte wegsteckte und mich nur noch auf den elektronischen Stadtplan konzentrierte. Dabei habe ich gemerkt, dass man sich mit der Kombination Google-Map (offline- suche meinen Standort) und einem Stadtplan eigentlich nicht mehr verlaufen kann – vorausgesetzt man kann mit altmodischen Stadtplänen umgehen.

Wie ich feststellen konnte, sind japanische Frauen schnell zu irritieren wenn man Ihnen z.B. die Tür aufhält, den Vortritt lässt oder in der Metro den Sitzplatz für sie frei macht – so etwas ist in der japanischen Männerwelt nicht vorgesehen.

Ob Stadt oder Land, überall gibt es Hinweisschilder mit Regeln, Schritt-für-Schritt-Anleitungen und Verboten. Leider sind die potentiell hilfreichen Schildern so gut wie immer in Japanisch. Auch findet man keine internationalen Piktogramme, oder solche, die einen als Sprachunkundigen weiterhelfen würden. Allerdings kann man bei Schildern mit Vorschriften und Verboten sicher sein, dass es eine englische Übersetzung gibt.
Wohl zur Sicherheit der Bevölkerung ertönen ständig akustische Warnsignale und Ansagen: Vogelgezwitscher in der U-Bahn, Pieptöne, wenn eine Fußgängerampel auf Grün steht oder ein gesprochener Warnhinweis am Ende einer Rolltreppe. Ein Begleitkonzert, das einen in jeder Stadt verfolgt.
Wie nicht anders zu erwarten, verhalten sich die Japaner auch im Straßenverkehr zurückhaltend und rücksichtsvoll. Selbst in Tokyo ist der Verkehr immer in Fluss und es gibt es kein Gedränge und Gehupe. Außer wenigen großen Vorzeigeautos sind die meisten Fahrzeuge in Japan quadratisch praktisch gut.
Es gibt aber auch Fahrzeuge, die einem aber zumindest von der Beschriftung her bekannt vorkommen.

Für uns erstaunlich war auch die Vielzahl der Menschen die im Dienstleistungsgewerbe tätig sind. Vor jeder Baustellen (und sei sie auch noch so klein und abgelegen) steht immer mindestens eine Person, die die Passanten umleitet. In jeder Metrostation und davon gibt es schon in Tokyo hunderte, sitzen mindestens zwei Mitarbeiter, wie auch jeder Zug mit zwei Personen besetzt ist.
Aber auch in den Geschäften, egal ob im kleinen 24 Stunden Laden oder in der edlen Butike in Ginza (Tokios Edel-Einkaufsstraße) es wimmelt immer von Personal. Vielleicht erklärt dass auch, warum die Arbeitslosenquote in Japan nur halb so hoch wie die in der EU ist. Statt „normaler” Absperrgitter gibt es meist lustige Figuren. Die Japaner brauchen überall Unterhaltung.
SicherheitspersonalAbsperrungen


Thailand 2015

tomtomtofu 2020

Für die Megatour 2020 , von Berlin nach Tokio  und weiter nach Hanoi laufen die Vorbereitungen!