Java

7. Tag /7. Mai  – Überfahrt nach Java, 35 km, 167 Höhenmeter, bei durchschnittlich 33°

Da der Weg, von der Fähre zu unserem heutigen Tagesziel, die ca. 170 km entfernte Ost-Java Provinz Bondowoso war und nur eine stark befahrene Straße dorthin führt, ging es gleich mit dem Bus weiter.
Es folgten drei Stunden rasanter Autofahrt, die man entweder nicht so schnell vergisst, oder gleich aus dem Gedächtnis streicht, um Langzeittraumata zu vermeiden. Wir haben aber, trotz der halsbrecherischen Überholvorgänge, alle – alles gut überstanden.

Das schon ziemlich hoch gelegene, einzige Hotel in der Gegend, dass wir am späten Nachmittag ansteuerten, machte einen recht ordentlichen Eindruck, hatte aber den Nachteil, dass es in einer langgezogenen Kurve am Hang lag. Es wurde daher von unten und oben beschallt und mit Abgasen versorgt.
Am Abend, sind wir zu einem nahe gelegenen Markt gefahren, der an den Wochenenden wohl so etwas wie eine Kirmes war.  Das Essen an einer der kleinen Garküchen war gut und wie gewünscht für Stefan „no spicy“, für Heike „a little spicy“ und für mich „double spicy“.
Eine der Besonderheiten auf dem Markt waren wir wohl selbst. Als die einzigen Touristen vielen wir entsprechend auf, wurden mehrfach für Gruppenaufnahmen in Beschlag genommen.

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8. Tag /8. Mai – Anfahrt zur Teufelsmine, 38 km, 1800 Höhenmeter, bei Temperaturen von 36° bis 18°

Für heute stand ja der Große Aufstieg aus dem Programm. Ausgehend von 800 hinauf auf 1400 dann runter auf 1200 Meter und dann nochmals hoch auf diesmal 1800 Meter.
Anfangs noch recht flach, später aber immer steiler werdend, durch Zuckerrohrplantagen, Kokospalmen, Berg-Urwald und einsame Dörfer, schlängelte sich der zum Teil enge Weg hinauf zu unserem Basislager der “Devils Mine” am Ijen-Vulkan.

Auf das Bike geschwungen haben sich aber nur Heike und Stefan und unser Guide.
Meine Verkühlung erwies sich heftiger als mir lieb war. So kann ich also nur aus der Distanz des Beifahrers berichten, wie die Drei die lange mit vielen bissigen Steigungen gespickte Strecke mit Bravour hochgeradelt sind. Und auch als es in ca. 1600 Meter Höhe zu regnen anfing, haben sie durchgehalten.

Oben angekommen, hätte ich den Radlern einen trockenen warmen Raum und eine schöne Dusche gewünscht.  Beides war da, doch reichlich rustikal. Der warme Raum war der Platz am offenen Feuer in der Küche des „Bergrestaurants“. Und die einzige Dusche, hat die Bezeichnung nur verdient, weil dort Wasser aus der Wand kam und eine Tür davor war.

Auch wenn Heike keinen Strom für Ihren Haartrockner fand klappte dann doch irgendwann alles und als unsere beiden Begleiter auch noch ein umfangreiches und gutes Abendessen auf dem Tisch zauberten sah die die Bergwelt schon wieder freundlicher aus.

Mangels andere Übernachtungsmöglichkeiten, war für diese Nacht ja „zelten“ angesagt. Da es draußen aber noch reichlich nass war, hatten unsere Begleiter die Zelte in einem Raum aufgebaut, deren eigentliche Nutzung nicht zu erkennen war.

Die Vorhersage, dass die Nacht laut werden würde, hat sich bewahrheitet. Gegen zwei Uhr morgens, sind hundert oder mehr Leute zum Krater aufgebrochen um das „Blaue Feuer“, dass nur bei Dunkelheit zu sehen ist zu bewundern.
Hinzu kam für Heike und Stefan, dass ich, im Nebenzelt, durch meinen Schnupfen, zur unruhigen Nacht erheblich beigetragen habe.

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9. Tag /9. Mai – Aufstieg zu Krater des Ijen-Schwefelvulkan, Abfahrt 35 km zum Meer 1800 Meter

Um 6 Uhr war die unruhige Nacht für uns dann zu Ende. Wir wollten ja möglichst früh los, denn es warteten 500 steile Meter bis zum Kraterrand auf uns.
Ich glaubte schon nach der ersten Kurve zu erahnen was uns erwartet. Es kam dann aber noch steiniger und steiler und obwohl der Weg nur drei Kilometer lang war, kam es mir gefühlt doppelt so lange vor. Aber irgendwann, kam auch ich keuchend und schnaubend oben an und habe gleich einen kräftigen Atemzug von den dort wabernden Schwefeldämpfen abbekommen. Mein Schnupfen ließ sich aber davon nicht beeinträchtigen.

Es hat sich aber gelohnt dort hinaufzuklettern – der Eindruck den man dort bekam war gewaltig.
Nicht nur die Landschaft, und die Naturgewalten waren beeindrucken, noch mehr waren es die Männer die tief unten am Fuße des Kraters den Schwefel abbauten.
Der in mitten der Schwefeldämpfe gebrochen Schwefel wird in, über die Schulter gehängten, 60 Kilo schweren Körben zum Kraterrand gebracht. Dort werden die großen Brocken zerkleinert und auf zweirädrige Karren verladen.
Wenn sich dort 200 kg angesammelt haben, werden diese den steilen Weg die 500 Meter hinunter zur Sammelstelle gekarrt. Zwar haben die Karren Bremsen, doch ist es eine Meisterleistung diese in den steilen unebenen Kurven und rutschigen Abstiegen im Griff zu behalten.
Ich hatte schon Mühe, ohne die schwere Last auf dem glatten Boden nicht den kompletten Abflug zu machen.
Und da die schwere Arbeit auch hier nur mäßig bezahlt wird, machen zumindest die jüngeren, die Tour zweimal am Tag. Ich glaube, dass dies einer der härtesten Jobs ist die es geben kann.
In Berichten wird die durchschnittliche Lebenserwartung dieser Männer mit 45 Jahren angegeben.

Nach dieser, bedrückend, beeindruckenden Tour hat sich das Fahrradtrio vom Vortag gegen 14 Uhr wieder auf die Räder geschwungen. Mit wenig treten, aber viel bremsen, waren die 35 km Abfahrt zurück zum Ozean in eineinhalb Stunden abgespult. Zwischendurch gab es einen kleinen Naturpool an einem Wasserfall in dem sich zumindest Stefan abgekühlt hat.

Unser Hotel für diese Nacht war klasse. Direkt am Strand gelegen, haben wir nach einem Bad im badewannenwarmen Meer im Restaurant gut gegessen und eine ruhige Nacht in den schönen Bungalows verbracht.

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10. – 14 Tag /10. – 14. Mai – Änderung der Tour – Rückkehr nach Bali

Der Regen der letzten Tage führte dazu, dass die trockenen Klamotten immer weniger wurden. Und da das Programm für die nächsten Tage auch „Camping im Dschungel“ vorsah, sahen wir uns schon, mangels trockener Sachen im selbst gebastelten Baströckchen durch den Urwald radeln. Hinzu kam, dass mich mein Schnupfen noch plagte.

Wir hatten also die Wahl, nass durch den Dschungel, oder nass am Strand in Bali. Wir entschieden uns für Letzteres.

So sind wir in den nächsten drei Stunden über eine kurvige Bergstraße zur Fähre nach Bali gefahren. Von dort ging es dann in eineinhalb Stunden in den Süden nach Seminyak wo wir in einem schönen,zentral aber ruhig gelegenen Hotel die restlichen Tage unsere Bungalows bezogen.

Während Heike und Stefan die Tage am Strand verbrachten, habe ich noch zwei kleinere Touren gemacht, die ich aber in Anbetracht des Wahnsinns Verkehr abgekürzt habe.

Während der Flieger von Heike und Stefan am frühen Nachmittag ging, hatte ich das „Vergnügen“ bis Mitternacht warten zu müssen. Die einzig schlechte Ablenkung war ein Anruf von Emirates, mit der Info dass sich der Abflug um eine Stunde verspäten würde, da ein Pilot krank geworden sei. Aus der Stunde wurden zweieinhalb. Da ich aber in Dubai aber genug Zeit zum Umsteigen hatte bin ich fast pünktlich nach 17 Stunden im verregneten Hamburg gelandet.


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Thailand 2015

tomtomtofu 2020

Für die Megatour 2020 , von Berlin nach Tokio  und weiter nach Hanoi laufen die Vorbereitungen!