Kurzbericht

Radtour durch Kerala, Indien 15. bis 27. September 2014

das ich in Kerala keine Turban tragenden Fakire auf Nagelbrettern treffen würde und dass es in den Straßen auch keine Schlangenbeschwörer gibt, hatte ich schon vorher gelesen. Dass dieser Bundesstaat aber  so weit von dem bei uns vorherrschenden Vorstellungen über Indien abweicht, hat mich  dann doch überrascht. 
Positiv ist, dass es keine gravierende Armut gibt, und wie wir an den vielen Schulen sehen konnten führte der hohe Bildungsgrad zu einen, für indische Verhältnisse guten Lebensstandard (bis zur achten Klasse werden alle Kinder an einer Schule unterrichtet,  mehr als 80 Prozent besuchen danach eine High School bis zur zehnten Klasse).

Das die Europäer, durch ihre 500 jährige koloniale Vorherrschaft das Land geprägt haben ist allenthalben zu sehen. Trotzdem ist Kerala kein „europäisches“ Land. Der Aussage das Kerala das ideale Reiseziel für Indien-Neulinge ist kann ich voll zustimmen.

Das Indien aber doch etwas anders ist, merken sie schon bei der Beantragung des Visums. Der Fragebogen ist zwar genau so umfangreich wie der in anderen Ländern, die Passbilder müssen aber genau 5 mal 5 cm groß sein. Meine selbst gebastelten waren 3 mm zu klein. Also durfte ich mir im konsulateigenen Fotoautomaten  für 10 € neue Bilder machen. Ansonsten ging die Einreise ohne weitere Formulare unkompliziert einfach.  Was sicher dem elektronisch lesbaren, mit zwei Bildern versehen Bilder Visum in meinem Reisepass zu verdanken war.

Am Flughafen haben mich dann gleich zwei Mitarbeitern von  „Kalypso Adventures“ in Empfang genommen und in das Eighth Bastion auf die Halbinsel „Fort Kochin“ gebracht. Das Hotel, hat wie alle anderen Unterkünfte auch, keine Wünsche offen gelasse01_Laydisn.

Beim Abendessen (raffinierte indisch Masala) in der Wohnung von Thomas, dem Reiseveranstalter,  lernte ich dann meine beiden Mitradlerinnen kennen. Am nächsten Tag gab es etwas Kultur und Geschichte von Kochin (Grabeskirche von Vasco da Gama, Fort Kochin an der Küster der „Arabien see“) und am Abend eine Kathakali Vorstellung.

Nachdem wir am nächsten Tag unsere recht ordentlichen Fahrräder in Empfang genommen hatten (ich konnte meinen Sattel und die Pedale mitbringen) ging es am 17. Sept. etwas außerhalb von Kochin los.gahts-1

Waren das Gelände am ersten Tagen noch flach, ging es am zweiten Tag ab in die Berge, den Ghats.
Als wir am späten Nachmittag nach 60 km in unser Ressort in 1360 Seehöhe ankamen, brauchte wir eine Weile bis wir die schöne Aussicht genießen konnten.
Da die Reisebeschreibung, die ich von Thomas erhalten hatte, nichts über die Topografie der Strecke enthielt, wurde mir erst beim Anblick der vielen Berggipfel klar, dass unsere Tour durch keine Hochebene führt.

Am Ende hatten wir dann nicht nur 472 km sondern auch noch 6300 Höhenmeter erradelt. Erfreulicher Weise, waren die Straßen durchweg sehr gut. Auch in den Bergen sind alle Straßen asphaltiert. Grund ist der von den Engländern 1878 begonnene Teeanbau der sich heute über eine Fläche von 17.000 Hektar erstreckt.
Aber nicht nur der Teeanbau, sondern auch die christlichen Kirchen prägen die Landschaft. Auf 10 prächtige Kirchenbauten kam ein bescheidener Hindutempel.

Bei den Mahlzeiten, hatten wir zuerst den Touristeneffekt – das Essen war nicht scharf und nicht stark gewürzt. Nachdem unsere Begleiter aber gemerkt hatten, dass wir „local food“ bevorzugen, haben wir nicht nur in den Hotelrestaurant, sondern auch in Straßenrestaurants gut und scharf gegessen.
Für Vegetarier ist Indien sicher ein lohnendes kulinarisches Ziel. Grundsätzlich gilt aber, man sollte Masalas (Currys) mögen. Sonst kann es sein, das der Tag mit Eier-Curry zum Frühstück schon schlecht anfängt und am Abend mit Fisch-Curry enttäuscht endet. Sicher gibt es auch alternativen von gedünsteten Gemüse, gebratenen Fleisch oder Fisch.
Wer aber die Vielfalt der indischen Küche erleben möchte sollte die immer frisch zubereiteten Masalas möglichst oft probieren. Die nötigen Gewürze hierfür, die wir bestenfalls getrocknet vom Supermarkt kennen, wachsen hier überall. Selbst an den Straßenrändern findet man Pfeffer, Kardamom oder Muskat.

Auf unserer Tour kamen wir mit vielen unterschiedlichen Menschen in Kontakt. Egal ob es die Teepflücker in den Ghats oder der Direktor einer kleinen Schule war – sie hatten eines gemeinsam: sie waren freundlich, herzlich und hilfsbereit. Besonders die junge Generation wollte immer genau wissen – woher, wohin, warum hier,…..
Erfreulicher Weise ist Englisch ist als Bildungs- und Wirtschaftssprache weit verbreitet. Aber auch wenn unsere gegenüber nur Malayalam sprachen (ich konnte auch nicht ansatzweise einzelne Wörter erkennen) klappte die Verständigung trotzdem.
Im Gegensatz zu den anderen asiatischen Ländern in denen ich bisher war, gibt es in Kerala erstaunlich viele Menschen die schon Europa, Australien oder USA besucht hatten. Alle die, die im Sommer in den nördlichen Teilen Europas waren, haben mir erzählt, welches Erlebnis es für sie war, wenn es um 10 Uhr Abends draußen noch hell war und die Sonne um 4 Uhr Morgens schon wieder aufging.

Thailand 2015

tomtomtofu 2020

Für die Megatour 2020 , von Berlin nach Tokio  und weiter nach Hanoi laufen die Vorbereitungen!